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Ausbildungsstart: Formalitäten & „Papierkram“

Du hältst deinen Schulabschluss schon seit einer Weile in der Hand, konntest dich im Rennen um einen Ausbildungsplatz gegen deine Konkurrenz durchsetzen und hast den Ausbildungsvertrag unterschrieben und eingerahmt an der Wand hängen ;)? Dann beginnt für dich jetzt ein neuer und spannender Abschnitt – das Berufsleben. Damit du optimal auf den Ausbildungsstart vorbereitet bist, wollen wir dir hier aufzeigen, was du unbedingt vor deiner Ausbildung erledigt haben solltest.

 

Was du zum Start deiner Ausbildung brauchst!

 

Girokonto

Damit dein zukünftiger Arbeitgeber jeden Monat dein Ausbildungsgehalt auf dein Bankkonto überweisen kann, solltest du natürlich eines haben. Wenn du noch kein Girokonto besitzen solltest, erkundigst du dich am besten frühzeitig bei unterschiedlichen Banken, ob es spezielle Angebote für Auszubildende gibt. So sparst du monatlich vielleicht den einen oder anderen Euro.

 

Versicherungen

Mit dem Berufsstart solltest du dich um deinen Versicherungsschutz kümmern. Es gibt eine ganze Palette an Versicherungen, die für dich in Fragen kommen, wir möchten hier aber die für dich wichtigsten vorstellen.

 

Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die du verursachst hast. Hier kann es sehr schnell sehr teuer werden.

Zunächst solltest du überprüfen, ob du noch über deine Eltern versichert bist. Im Normalfall ist das auch der Fall, wenn deine Eltern eine Privathaftpflichtversicherung haben und es deine erste Ausbildung ist. Diese Versicherung ist sehr wichtig für dich – weshalb du gründlich kontrollieren solltest, ob du versichert bist. Eine Möglichkeit wäre ein einfacher Anruf bei der Versicherung der Eltern.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Mach dir frühzeitig Gedanken um eine Berufsunfähigkeitsversicherung – auch wenn es kein Muss ist! Durch einen Unfall oder eine Krankheit kannst du schnell aus dem Arbeitsleben herausgerissen werden. Zum einen hast du noch die Chance, einen guten Versicherungsschutz zu einem sehr günstigen Preis zu erhalten. Zum anderen bist du als Azubi ohne eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt nicht sozial abgesichert, falls du noch während deiner Ausbildung berufsunfähig wirst.

 

Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse beantragen

Mit dem Start ins Berufsleben musst du nun auch Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung zahlen und bist nicht mehr in der Familienversicherung mitversichert. Das heißt, du wirst sozialversicherungspflichtig! Diese Beiträge werden automatisch bei deiner Gehaltsabrechnung von deinem Bruttolohn abgezogen.

Also such dir eine Krankenkasse deiner Wahl aus und stelle online einen Antrag um Mitglied zu werden.

 

Steuer-ID

Egal wie viel Ausbildungsgehalt du pro Monat verdienst: Deine Ausbildungsvergütung unterliegt der Steuerpflicht. Somit musst du bei deinem zukünftigen Arbeitgeber deine Steueridentifikationsnummer hinterlegen – auch wenn du den Freibetrag von 1000 Euro pro Monat nicht überschreitest. Das bedeutet, dass du bei einer Ausbildungsvergütung bis 1000 Euro keine Steuern zahlen musst.

Die Steueridentifikationsnummer wurde dir schriftlich vom Bundeszentralamt für Steuern mitgeteilt. Falls du diese nicht mehr vorliegen hast, kannst du sie dir ohne Probleme mit dem Formular „Erneute Anforderung der IDNr“ wieder neu zuschicken lassen.

 

Sozialversicherungsausweis

Deine Rente ist zwar noch meilenweit entfernt, deine Sozialversicherungsnummer brauchst du aber schon zu Beginn. Der Grund ist simpel: Durch die Versicherungsnummer ist garantiert, dass alle deine geleisteten Beiträge dir auch später zugeordnet werden können. Den Ausweis erhältst du von deiner Rentenversicherung automatisch beim Eintritt ins Erwerbsleben. Solltest du ihn verlegt haben, kannst du bei deiner Krankenkasse kostenlos einen neuen beantragen.

 

Ärztliche Bescheinigung

Du bist vor dem Ausbildungsbeginn unter 18 Jahre? Dann musst du dir eine ärztliche Bescheinigung bei deinem Hausarzt ausstellen lassen und diese bei deinem Arbeitgeber einreichen. Sie bestätigt, dass du gesundheitlich in der Lage bist, eine Ausbildung zu absolvieren.

 

Polizeiliches Führungszeugnis

Einige Arbeitgeber fordern ein polizeiliches Führungszeugnis von dir ein. Dort ist schriftlich festgehalten, ob du vorbestraft bist oder nicht. Du kannst es bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung anfordern. Auch wir bei ZAG möchten vor Ausbildungsbeginn dein Führungszeugnis vorgelegt bekommen.

 

Sonstiges

 

Über Kleiderordnung erkundigen

Du hast dir zwar schon zum Vorstellungsgespräch einige Gedanken zum perfekten Outfit gemacht, doch kann es natürlich während der Ausbildung wieder anders aussehen. Businesslook im Büro, Sicherheitskleidung auf dem Bau oder im Labor? Ist eine gewisse Kleiderordnung erwünscht oder erforderlich, musst du dich daran halten und abklären, was dir vom Betrieb gestellt wird oder du dir gegebenenfalls kaufen musst.

Während der Ausbildung bei ZAG hast du keine konkrete Kleiderordnung – solltest aber schon auf gepflegtes Äußeres achten und einen lockeren Businessstil wählen.

 

Bei Umzug: Wohnort ummelden

Du ziehst zu Hause aus und wagst den Schritt in eine neue Stadt? Dann musst du dich natürlich in deinem zuständigen Bürgeramt ummelden. Dort werden auch die neuen Daten auf deinem Personalausweis übernommen.

 

Verkehrsmittel & Fahrweg planen

Am ersten Tag solltest du nicht zu spät kommen. Informiere dich über Bahn- und Busverbindungen und achte auf Meldungen der Verkehrsbetriebe, um frühzeitig über Streiks, Ausfälle oder Bauarbeiten Bescheid zu wissen.

 

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Es kann natürlich vorkommen, dass du auf finanzielle Unterstützung angewiesen bist. Hier kann dir die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe helfen. Sie ist die Ausbildungsförderung für Azubis mit finanziellen Schwierigkeiten. Es gibt jedoch einige Anforderungen, die erfüllt sein müssen, damit du diese Unterstützung erhältst:

  • Nur in der Erstausbildung
  • Der Ausbildungsvertrag für eine staatliche anerkannte Ausbildung muss vorliegen.
  • Der Ausbildungsbetrieb darf nicht in der Nähe des Wohnsitzes deiner Eltern liegen, sodass du nicht ohne eigene Wohnung auskommst.
  • Die Mittel für den Lebensunterhalt, Fahrkosten oder sonstige Aufwendungen dürfen nicht aus anderen Quellen zur Verfügung stehen.

Erfüllst du diese Bedingungen, kannst du bei der Bundesagentur für Arbeit die BAB beantragen und erhältst, abhängig von deinem monatlichen Gesamtbedarf für die Ausbildung und dem anzurechnenden Einkommen (deine Ausbildungsvergütung + das Einkommen deiner Eltern) einen monatlichen Zuschuss. Zur Berechnung der Berufsausbildungsbeihilfe bietet die Arbeitsagentur den BAB-Rechner an.

 

Es wird alles gut

Natürlich hört sich das alles erst einmal viel an! Du musst dir aber im Klaren sein, dass du 99% davon für dich selbst und vor allem deine Zukunft machst. Mal genügt ein kurzes Telefonat, mal musst du persönlich etwas beantragen. Dann kannst du es aber abhaken und entspannt in deine Ausbildung starten!

Falls du noch Fragen zu einem der oben genannten Punkte hast, kannst du gern deine Ansprechpartner kontaktieren. Diese werden deine Fragen gerne beantworten.