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Mann springt Parcour

Ausbildungsverkürzung

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, den Zeitraum deiner Ausbildung bereits mit Unterzeichnung des Arbeitsvertrages zu verkürzen – die offizielle Betitelung ist „Verkürzung der Ausbildung“. Du hast aber auch die Chance, deine Ausbildungsdauer während der Ausbildung zu kürzen. Hier spricht man von der „vorzeitigen Zulassung zur Abschlussprüfung“.
Es ist natürlich von Vorteil, die normale Ausbildungszeit zu durchlaufen, da von den zuständigen Stellen wie der IHK ein Konzept hinter jedem Ausbildungsberuf steckt. Egal ob es sich um Lerninhalte aus der Praxis oder Theorie dreht, diese sind logisch auf die Ausbildungsjahre verteilt und sollten nach und nach erlernt werden. So lernst du zum größten Teil im ersten Jahr viel Theorie und eignest dir langsam auch das Praxiswissen an, mit dem du dann im dritten Lehrjahr selbstständig und eigenverantwortlich den Arbeitsalltag bewältigen musst.

Folgende Szenarien können zu einer Verkürzung deiner Ausbildung führen:

 

Berufliche Vorbildung

Hast du eine Berufsfachschule oder ein Berufsgrundschuljahr erfolgreich absolviert, besteht die Möglichkeit, dir diese Zeit auf deine Ausbildungsdauer anrechnen zu lassen. Die Höhe ist jedoch länderspezifisch unterschiedlich geregelt und muss zu Beginn der Ausbildung bei den zuständigen Stellen beantragt werden. Wird dir beispielsweise ein ganzes Jahr angerechnet, startet deine Ausbildung direkt mit dem zweiten Ausbildungsjahr und du hast somit auch direkt das Recht auf die Ausbildungsvergütung des zweiten Lehrjahrs.

 

Schulische Vorbildung

Mit einem gewissen Schulabschluss in der Tasche ist es auch möglich, deine Ausbildungszeit zu kürzen. Mit einem Abschluss einer Realschule oder einer Fachoberschule können bis zu 6 Monate angerechnet werden. Bis zu 12 Monate sind mit einer Fachhochschulreife oder Abitur möglich. Auch hier sollte die Beantragung zum Start der Ausbildung erfolgen – kann aber wie bei der beruflichen Vorbildung auch ein Jahr vor Ende der Ausbildung gestellt werden.

 

Berufserfahrung

Du kannst eine einschlägige Berufserfahrung, berufliche Grundbildung oder sogar eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen? Dann kann diese gesammelte Erfahrung berücksichtigt werden – Details müssen aber bei der zuständigen Stelle erfragt werden.

Die Beantragung wird durch dich und den Ausbildungsbetrieb zu Beginn der Ausbildung erfolgen, kann aber auch bis ein Jahr vor Ausbildungsende gestellt werden. In manchen Berufsschulen gibt es extra Berufsschulklassen, die für „Verkürzer“ den Lerninhalt in 2 oder 2,5 Jahren durchziehen – natürlich nur, wenn es genügend Schüler gibt.

 

Mindestausbildungszeit

Wenn du die Möglichkeit auf eine Verkürzung der Regelausbildungszeit hast, gibt es die sogenannte Mindestausbildungszeit, die nicht unterschritten werden darf.

Hast du eine Ausbildungsdauer von 3,5 Jahren, liegt die Mindestausbildungszeit bei 2 Jahren. Startest du eine dreijährige Ausbildung, musst du dich mindestens 1,5 Jahre im Ausbildungsverhältnis befinden und bei 2 Jahren Ausbildung lautet die Mindestdauer 1 Jahr.

 

Wie beantrage ich eine Verkürzung der Ausbildung?

Im gegenseitigen Einvernehmen mit deinem Ausbildungsbetrieb stellst du bei der zuständigen Stelle einen Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit. Zuständige Stellen könnten zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammern oder eine Kammer der freien Berufe sein. Ein Blick auf den Stempel deines Ausbildungsvertrags genügt, um deine zuständige Stelle herauszufinden.

 

Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

Nach §45 des Berufsbildungsgesetzes ist es, normalerweise nach deiner Zwischenprüfung/Abschlussprüfung Teil 1, möglich, die Ausbildungsdauer bei überdurchschnittlicher Leistung zu verkürzen. Hierbei ist jedoch keine Änderung des Ausbildungsvertrags nötig.

 

Was sind überdurchschnittliche Leistungen?

Als Grundlage dient hier der Notendurchschnitt von 2,49. Kannst du in deinem letzten Berufsschulzeugnis in den prüfungsrelevanten Fächern sowie in deiner praktischen Ausbildungsleistung diesen oder einen besseren Wert vorweisen, liegen laut dem Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung überdurchschnittliche Leistungen vor.

 

Wie beantrage ich eine vorzeitige Zulassung?

Dafür musst du bei der zuständigen Stelle einen schriftlichen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung stellen. Obwohl du diesen alleine beantragst, muss neben der Berufsschule auch dein Ausbildungsbetrieb diesem Vorgehen zustimmen.

 

Ausbildungsverkürzung bei ZAG

Bei ZAG hast du natürlich auch die Möglichkeit, deine Ausbildungsdauer über diese zwei Möglichkeiten zu kürzen. Allein im Jahr 2017 haben 12 Auszubildende diese Möglichkeit genutzt!

Bedenke aber, dass du mit einer Verkürzung oder einer vorzeitigen Zulassung nur bedingt die Möglichkeit hast, Mitglied der ZAG Azubi-Akademie zu werden – das ist nur möglich, wenn du deine Ausbildung nicht zwischen September und März beendest. In diesem Zeitraum finden nämlich die zugehörigen Seminare und Schulungen in der Unternehmenszentrale in Hannover statt.

Zwei Beispiele sollen dir das Thema Azubi-Akademie und Verkürzung der Ausbildung  näherbringen:

Beispiel 1: Du hast einen Realschulabschluss und kannst somit deine Ausbildung um 6 Monate verkürzen. Diese möchtest du aber nicht zum Ende deiner Ausbildung anrechnen lassen, sondern beginnst statt am 01.08.2018 dann am 01.02.2019. Hier kannst du ohne Probleme an der Azubi-Akademie teilnehmen, da dein normales Ausbildungsende dementsprechend der 31.07.2021 ist.

Beispiel 2: Du beginnst deine Ausbildung am 01.08.2018 und hast die Möglichkeit auf eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung. So endet deine Ausbildung nicht zum 31.07.2021, sondern im Winter des Vorjahres. Dieser Zeitraum liegt also direkt in der Azubi-Akademie und verhindert deine Teilnahme.

 

Falls du weitere Fragen zu dem Thema hast, kannst du dich gerne an die Ansprechpartner für den Bereich Ausbildung & Bewerbung bei ZAG wenden! Hier geht es direkt zum Kontakt.